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Juckende rote Hautflächen, auf denen sich unansehnliche Schuppen bilden, womöglich noch an Stellen, wo sie jeder sieht. Das können Anzeichen einer Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, sein, die unbedingt von einem Arzt untersucht werden sollte. Stellt der Arzt die Diagnose Psoriasis, möchten Betroffene zunächst wissen, was das genau bedeutet. Und was gegen Schuppenflechte hilft.

Was ist Schuppenflechte?

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut. Chronisch-entzündlich bedeutet, dass die Erkrankung lange anhält und schwer oder gar nicht heilbar ist. Jugendliche können davon genauso betroffen sein wie Erwachsene. Psoriasis bei Jugendlichen tritt häufiger auf als vielfach angenommen: 0,71 Prozent aller Deutschen unter 18 Jahren sind betroffen, wobei der Anteil mit dem Alter wächst: Sind von den 0- bis 9-Jährigen 0,37 Prozent betroffen, erkranken bei den 10- bis 19-Jährigen 0,83 Prozent an Psoriasis.1,2,3

Obwohl Schuppenflechte nach der Neurodermitis die zweithäufigste entzündliche Hauterkrankung ist, wird sie oftmals erst spät erkannt und behandelt. Um möglichst schnell behandelt zu werden, ist es besonders wichtig Beschwerden mit einer Vertrauensperson oder einem Arzt offen zu besprechen.2

Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass die Krankheit eine Fehlreaktion des Immunsystems verursacht. Es löst Abwehrreaktionen im Körper aus, obwohl keine Bedrohung durch Viren oder Bakterien besteht. Die Folge sind Entzündungen, die zu Symptomen auf der Haut führen.2

Die häufigste Form bei Jugendlichen ist die Psoriasis vulgaris (Plaque-Psoriasis). Bei ihr zeigen sich rötliche, juckende Hautschuppungen auf unterschiedlich großen Hautflächen - bevorzugt auf Ellbogen, Knien, Kopfhaut oder dem unteren Rücken. Die Schuppen entstehen, da durch die Fehlreaktion des Immunsystems die normale Neubildung von Hautzellen krankhaft beschleunigt wird. Alte Hautzellen dringen in größerer Zahl an die Hautoberfläche und lagern sich dort als Schuppen ab.

Was sind die Ursachen von Psoriasis?

Warum erkrankt ein Mensch an Schuppenflechte? Die Ursachen von Psoriasis sind noch nicht vollständig erforscht. Es steht aber fest: Die Krankheit ist nicht ansteckend. Das ist wichtig zu wissen, weil es immer wieder Menschen gibt, die eine Ansteckung fürchten und deshalb Betroffene ausgrenzen.

Psoriasis ist auch nicht vererbbar, aber genetisch begünstigt.3 Das Risiko zu erkranken steigt also, wenn der Vater oder die Mutter oder beide Elternteile an Schuppenflechte erkrankt sind. Zusammen mit der erblichen Veranlagung führt meistens ein Auslöser zum Ausbruch der Erkrankung. Auslöser können Infektionen etwa der Atemwege oder Kinderkrankheiten wie Masern, Scharlach, Windpocken und Röteln sein. Auch emotionaler Stress, Hautverletzungen (dazu zählt auch ein Sonnenbrand) und bestimmte Medikamente sind mögliche Auslöser.4

Zur Psoriasis können noch Begleiterkrankungen kommen. Die häufigsten bei Jugendlichen sind starkes Übergewicht, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen (zum Beispiel erhöhter Cholesterinspiegel) und Bluthochdruck.1

Junge im Gespräch mit Ärztin
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Was tun gegen Schuppenflechte: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Psoriasis ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar, aber gut behandelbar. Betroffene können also etwas tun gegen ihre Schuppenflechte. Die Therapie zielt durch Linderung und das Unterdrücken der Fehlreaktionen des Immunsystems auf weitestgehende Symptomfreiheit ab, also keine juckenden, roten Stellen mehr und keine Schuppen. Psoriasis verläuft in Schüben, die Krankheit kann immer wieder unerwartet ausbrechen. Deshalb ist es besonders wichtig, die Therapie nicht abzubrechen, auch wenn gerade keine Symptome bemerkbar sind.

Um Schuppenflechte zu behandeln, kommen verschiedene Therapieformen zum Einsatz.2

  • Basispflege: Sie ist Grundlage der Therapie bei Jugendlichen. Wirkstofffreie Cremes sollen an den betroffenen Regionen Hautirritationen mindern und die Abwehrfähigkeit der Haut gegen externe Reizungen stärken.

  • Topische Therapie: Die betroffenen Körperregionen werden mit Cremes behandelt, die Wirkstoffe wie Cortison (wirkt entzündungshemmend und verlangsamt das Tempo der Bildung von Hautzellen) enthalten.

  • Lichttherapie: Eine weitere Möglichkeit Psoriasis-Symptome im Jugendalter zu lindern ist eine Schmalband-UVB-Lichttherapie.

  • Systemtherapeutika: Das sind Medikamente, die als Tabletten oder per Spritze regelmäßig eingenommen oder verabreicht werden. Sie hemmen die Fehlreaktionen des Immunsystems, die die Entzündungen der Haut verursachen.

  • Biologika: Diese Wirkstoffe stellen eine neue Generation der Systemtherapeutika dar, die gezielt in das Immunsystem eingreifen und besonders bei der Behandlung von mittelschwerer und schwerer Psoriasis angewendet werden.

Neben diesen Behandlungsmöglichkeiten ist es jedoch auch wichtig selbst aktiv zu werden.

Für Menschen mit Schuppenflechte ist es wichtig, die persönlichen Auslöser der schubweise verlaufenden Psoriasis nach Möglichkeit herauszufinden und diese zu kennen. Man spricht auch von Triggern. Ein Tagebuch kann helfen herauszufinden, ob Schlüsselfaktoren wie Hautverletzungen oder Infektionen einen Schub ausgelöst haben. So lassen sie sich besser vermeiden. Der offene Dialog mit Eltern, Freunden und dem Arzt über die Krankheit und Veränderungen bei den Symptomen spielt auch eine große Rolle dabei, die Behandlung richtig anzupassen. Über die Symptome und die Belastungen zu reden, hilft auch das alltägliche Leben mit Psoriasis zu meistern.

Der Alltag mit Psoriasis

Die chronische Krankheit Psoriasis bedeutet Stress, da wesentliche Symptome auf der Haut für alle sichtbar sind. Betroffene leiden darunter, angestarrt oder sogar gemobbt zu werden. Das ist besonders dann schlimm, wenn man sich in einer Phase befindet, in der sich der Körper entwickelt und in der man häufig unter Unsicherheiten leidet. Auch das Thema Sexualität ist durch Psoriasis-Symptome wie Schuppen und Hautrötungen oft schambelastet. Über Ängste und Sorgen sollten Menschen mit Psoriasis offen reden. So können sie Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit aufbauen. Beides wichtige Säulen, um mit einer Krankheit wie Schuppenflechte zu leben. Im besten Fall lässt sich so der Stress verringern, was wiederum das Risiko eines Psoriasis-Schubes senkt – denn Stress ist ebenfalls ein Auslösefaktor.2,5

Dazu kommt der Schlafmangel, den Juckreiz und schmerzende aufgekratzte Stellen verursachen können. Wer schlecht schläft, ist schnell schlecht gelaunt und niedergeschlagen, kann sich schlecht konzentrieren und hat so Probleme beim Lernen. Gespräche können für mehr Verständnis dieser Stimmungen führen. Der Arzt kann die Therapie möglicherweise so anpassen, dass die Symptome gelindert werden.5

Alltägliche Dinge wie die Wahl der Kleidung spielen ebenfalls eine Rolle. Nicht alle angesagten Klamotten sind ratsam für Menschen mit Schuppenflechte. Empfehlenswert sind nicht kratzende, natürliche Textilien wie Wolle und Leinen. Die Kleidungsstücke sollten nicht zu eng sitzen. So werden unnötige Reibung und Druck vermieden, die Hautirritationen und einen Schub auslösen können. Diese Einschränkungen sind belastend, weil man sich möglicherweise in eine Außenseiterrolle gedrängt und isoliert fühlt, weil manche Freunde und Mitschüler großen Wert auf bestimmte Statussymbole legen. Gerade dann ist es wichtig, die Erkrankung offen anzusprechen und sich nicht zurückzuziehen.6,7

Junges Mädchen mit juckendem Pullover
iStock-1151538952_skynesher

Da Übergewicht ein häufiger Trigger für Psoriasis ist, kommt einer ausgewogenen Ernährung eine wichtige Rolle zu. Es gibt zwar keine spezielle Psoriasis-Diät, aber wer Burger, Pizza und Süßigkeiten weglässt und stattdessen auf vitaminreiche Lebensmittel (Obst, Gemüse) und viel Fisch setzt, hilft seinem Körper auf mehrfache Weise: Neben der Vermeidung von Übergewicht wird so das Immunsystem gestärkt sowie zusätzlich das Risiko von Entzündungen und Begleiterkrankungen wie Diabetes verringert.

Eine gesunde Ernährung sollte durch Sport und Bewegung unterstützt werden. Beides hilft außerdem, Stress abzubauen. Beim Sport ist leichte Kleidung, die nicht zu eng ist und auch vor Sonne schützt, ratsam. Und die Sportart darf nicht zu riskant sein: Extremsport und ruppiger Mannschaftsport können Verletzungen verursachen, die einen Schub triggern.

Neues auszuprobieren, ist reizvoll. Für viele sind das besonders Dinge, vor denen Erwachsene warnen – wie Alkohol und Zigaretten. Doch diese können Auslöser für einen Schub sein und daher sollte man hier mehr Vorsicht walten lassen, als ohnehin geboten ist.

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Quellen:

  1. Augustin M, Glaeske G, Radtke MA, Christophers E, Reich K, Schafer I. Epidemiology and comorbidity of psoriasis in children. Br J Dermatol 2010; 162:633–636.
  2. AWMF-S2k-Leitlinie (013–094). Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-094l_S2k_Therapie-Psoriasis-Kinder-Jugendliche_2019-07.pdf. Zugriff am 16. November 2020.
  3. Beattie PE, Lewis-Jones MS. A comparative study of impairment of quality of life in children with skin disease and children with other chronic childhood diseases. Br J Dermatol. 2006; 155: 145-51.
  4. Internetseite des Psoriasis Bund Deutschland e. V.: Was ist Psoriasis? URL: http://www.psoriasis-bund.de/wissen/psoriasis/. Zugriff am 16. November 2020.
  5. Sticherling M, Augustin M, Boehncke W-H, Christophers E et al. Therapie der Psoriasis im Kinder- und Jugendalter – ein deutscher Experten-Konsens. JDDG 2011; 9: 815–824.
  6. Stigmatisierung bei Schuppenflechte immer noch weit verbreitet https://farbenhaut.de/stigmatisierung-bei-schuppenflechte/ Zugriff am 9. Dezember 2020.
  7. Salgo R. Psoriasis im Kindesalter. SZD 2017; 1: 13–19.