Etwa 50 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte leiden unter einem Befall der Kopfhaut.Nicht nur der Juckreiz, sondern auch die Sichtbarkeit der Symptome belastet die Patienten. Dazu kommt: Oftmals breiten sich die erkrankten Hautstellen vom Haaransatz bis ins Gesicht aus. Außerdem kann die Schuppenflechte auf dem Kopf Haarausfall fördern. Die Behandlung erfolgt mit Shampoos, Lotionen, Gels, Schäumen oder systemischen Medikamenten wie Tabletten.

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Diese beiden Tests bilden eine gute Grundlage für Ihr Arztgespräch. So gehen Sie sicher, dass alle Aspekte und Symptome auch besprochen werden.

Der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI)
misst die Auswirkungen einer Psoriasis auf die Psyche und die Lebensqualität. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Einstufung des Schweregrads durch den Arzt.

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GEPARD-Screening können Sie Symptome an den Gelenken überprüfen und so eine frühe Diagnose durch
den Arzt ermöglichen.

Psoriasis der Kopfhaut: Die Symptome

Psoriasis der Kopfhaut: Die Symptome
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Die Schuppenflechte der Kopfhaut (Psoriasis capitis) tritt häufig nicht allein auf, sondern gemeinsam mit Beschwerden in anderen Körperregionen: Charakteristisch sind scharf begrenzte, gerötete und verdickte Hautareale, die silbrig glänzen und oft intensiv jucken. Diese sogenannten Plaques überschreiten in einigen Fällen die Stirnhaargrenze und sind im Gesicht sichtbar. Auch an den Schläfen und im Nacken treten sie typischerweise auf.

 

Der Juckreiz und die Auffälligkeit der Symptome können die betroffenen Patienten stark beeinträchtigen und zu sozialer Isolation führen. Sie fühlen sich nicht wohl in ihrem Körper und haben weniger Selbstvertrauen.

Die unterschiedlichen Schweregerade der Kopfhaut-Schuppenflechte

Die Schuppenflechte der Kopfhaut wird in drei Schweregrade unterteilt:

  • leichte Form: weniger als 50 Prozent der Kopfhaut sind betroffen; Rötung, Schuppenbildung und Juckreiz fallen eher mild aus
  • mittelschwere Kopfhaut-Psoriasis: ebenfalls weniger als 50 Prozent der Kopfhaut sind betroffen; stärkere Ausprägung von Rötung, Schuppenbildung und Juckreiz
  • schwere Form: Symptome auf mehr als 50 Prozent der Kopfhaut; Rötung, Schuppenbildung und Juckreiz sind stark ausgeprägt
Die unterschiedlichen Schweregerade der Kopfhaut-Schuppenflechte
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Gut zu wissen: Beschränkt sich die Psoriasis  auf den Kopf, ist es sehr leicht, sie mit anderen Erkrankungen der Kopfhaut zu verwechseln – infrage kommen zum Beispiel ein Kopfhautekzem, Neurodermitis, ein Kontaktekzem oder auch eine Pilzerkrankung. Oftmals erkennt der behandelnde Arzt die Krankheit jedoch auf einen Blick, da er mit den charakteristischen Merkmalen vertraut ist.

Schuppenflechte der Kopfhaut: Behandlung

Speziell auf der Kopfhaut stellt die Behandlung von Schuppenflechte eine besondere Herausforderung dar. Denn Salben und Cremes, die in der Schuppenflechte-Therapie eingesetzt werden, lassen sich auf dem Kopf nur eingeschränkt verteilen. Zum einen stören die Haare beim Auftragen, zum anderen erscheinen sie durch die Mittel schnell fettig oder riechen unangenehm. Dennoch ist die Behandlung wichtig, damit sich die Schuppenflechte möglichst nicht verschlimmert oder zu Haarausfall führt.

Schuppenflechte der Kopfhaut: Behandlung
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Vor der Behandlung einer Kopfhaut-Psoriasis werden zuerst die Schuppen entfernt, damit die nachfolgenden Arzneistoffe gut zu den betroffenen Kopfhaut-Arealen vordringen können. Hier kommen vor allem medizinische Shampoos mit Salizylsäure zum Einsatz. Einmassieren und Einwirken können die schuppenlösende Wirkung bei Schuppenflechte der Kopfhaut verstärken.

Anschließend wird die entzündete Haut mit Glukokortikoiden in Form von Salben, Lotionen, Gel oder Schaum behandelt. Daneben sind Präparate mit den sogenannten Vitamin D3-Abkömmlingen verbreitet. Zusätzlich erfolgt häufig eine Lichttherapie mit UV-Strahlen. Damit die UV-Strahlen die behaarte Kopfhaut erreichen, werden spezielle Lichtkämme verwendet.

Wenn insgesamt mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche von einer Psoriasis betroffen sind (PASI>10), also eine mittelschwere oder schwere Form der Schuppenflechte vorliegt, können auch systemisch wirkende Biologika vom Arzt verordnet werden.2 Diese als Tabletten oder Spritzen verabreichten Arzneimittel finden oft erst Verwendung, wenn die äußerlichen Therapien nicht wirksam sind. Biologika können dazu beitragen, im Körper gezielt entzündungsfördernde Stoffe zu hemmen, was bei Patienten die Beschwerden reduzieren soll.

Föhnen erlaubt? Fünf Tipps für die Haarpflege bei Psoriasis

Ob Friseur oder Patient – wer mit Schuppenflechte am Kopf zu tun hat, sollte den sogenannten Köbner-Effekt kennen. Dieser besagt: Genau dort, wo die Haut gereizt wird, treten anschließend Schuppenflechte-Beschwerden auf.

Bei der Haarpflege ist deshalb zu beachten:

  • Haare nicht heiß föhnen. Den Haartrockner eher lauwarm einstellen.
  • Eine Dauerwelle kann die entzündete Kopfhaut stark reizen. Verzichten Sie deshalb möglichst darauf.
  • Vom Färben und Tönen der Haare raten die meisten Experten ab. Die chemischen Substanzen reizen die angegriffene, oft wunde Kopfhaut. Wenn Färben trotzdem gewünscht ist: Verwenden Sie in Absprache mit dem Hautarzt zertifizierte Naturprodukte. Dabei die Färbemittel direkt auf die Haare aufbringen und den Kontakt mit der Kopfhaut vermeiden.
  • Haarspray ist bei einer entzündeten Kopfhaut nicht empfehlenswert.

Kratzen kann Schübe auslösen oder verschlimmern. Auf piksende Bürsten und Kämme besser verzichten.

Haarausfall durch Schuppenflechte

Betroffene der Psoriasis an der Kopfhaut befürchten oftmals, dass sie vermehrt unter Haarausfall leiden. Tatsächlich ist dies möglich: Wenn die Schuppenflechte stark ausgeprägt ist, können die Haarfollikel in der Kopfhaut beeinträchtigt werden, die Haare fallen in der Folge aus. Zudem stört die Schuppenbildung Haare beim Nachwachsen. Ebenfalls lässt es sich kaum vermeiden, dass die Haare beim Ablösen der Schuppen mit ausgehen. Abhilfe können hier die oben genannten Behandlungsmethoden schaffen – geht die Schuppenflechte an der Kopfhaut zurück, lässt oft auch der Haarausfall nach.

Frau mit Psoriasis-Schuppen hinter dem Ohr
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Quellen:

  1. Deutsche Ärzte und Apotheker Zeitung: Kopfhaut-Psoriasis: Calcipotriol als Lösung. Abgerufen unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/1998/daz-21-1998/uid-3377 (09.04.2019)
  2. Ortonne JP, Chimenti S, Luger T, et al.: Scalp psoriasis: European consensus on grading and treatment algorithm. In: JEADV. 2009;23:ii1435-ii1444