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Wenn die Psoriasis im Körper Party macht

Ein 18. Geburtstag im Freundeskreis, am Wochenende willst du mit deiner Clique durch die Clubs ziehen. Feiern. Spaß haben. Doch dann tanzen plötzlich andere: Die Zellen in deinem Körper drehen durch. Das fancy Outfit bleibt im Schrank. Am Samstag hängst du schlapp auf dem Sofa und starrst deprimiert auf die Videos, die deine Freunde bei Instagram oder TikTok hochladen.
Was geht im Körper ab, wenn die Haut um Hilfe schreit, sich Plaques bilden, die jucken und brennen? Was passiert bei einer Schuppenflechte? „Ausgeflippte Zellen machen Party“, beschreibt es Ines Maria Baeblich, die als Medizinische Fachangestellte in einer Berliner Hautarztpraxis arbeitet und außerdem Trainerin für Achtsamkeit und Stressbewältigung ist. Mit Beachvolleyballer und Olympiasieger Julius Brink erklärt sie im Psoriasis-Podcast „Unter die Haut“, wie so eine Party abläuft.

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Nicht die, die Spaß macht, mit Freunden. Sondern die, die dich fertig macht: in deinem Körper. Und die kann jederzeit starten, egal ob du 18, 38 oder 58 Jahre alt bist.

„Zellen flippen aus“

Die roten Stellen, die Schuppen, die Plaques, die steifen Gelenke – das sind Reaktionen des Körpers auf eine Falschmeldung des Immunsystems. Eigentlich erneuert sich unsere Haut alle vier Wochen. Nur bei Wunden oder Verletzungen kommt vom Gehirn der Befehl: sofort reparieren. Genau das passiert bei einem Psoriasis-Schub. Weil der Körper ein falsches Signal erhält, schmeißt er eine Art Förderband an, auf dem unzählige Helferzellen in Turbogeschwindigkeit an verschiedene Einsatzorte geschickt werden. Ihr Auftrag ist es, Gefahren abzuwenden. Das Problem: Eine Gefahr existiert nicht. Und doch erneuert sich die Haut von Psoriatikern übermäßig schnell. In der Folge wirft sie halbfertige Zellen ab – die Schuppen. Gleichzeitig reagiert der Körper mit einer Entzündung.

Wie den Mob wieder loswerden?

Ines Baeblich beschreibt es mit einer Fete, die aus dem Ruder läuft: „Von überall kommen Partypeople. Du kriegst sie nicht mehr in den Griff. Die Lage verselbstständigt sich.“ Wie den Mob wieder loswerden? Das hängt davon ab, wie störrisch die ungebetenen Gäste sind.

Die schlechte Nachricht: Schuppenflechte ist nicht heilbar. Es gibt aber eine Vielzahl von Therapien. Es kommt darauf an, auf welche der Körper anspringt. Befinden sich auf der Haut lediglich einige Pünktchen, hilft vielleicht schon  eine Salbe.

Ist die Haut jedoch sehr großflächig betroffen oder tritt die Schuppenflechte vorwiegend auf der Kopfhaut oder an den Händen auf, wird der Dermatologe wahrscheinlich eine Systemtherapie empfehlen, bei der sich der Wirkstoff über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt. Das gilt auch für Patienten mit einer ausgeprägten  Psoriasis-Arthritis, bei der nicht nur die Haut, sondern auch die Gelenke betroffen sind. Die Diagnose stellt der Dermatologe, nachdem er den Patienten untersucht hat und die Blutwerte vorliegen. Bei der genauen Bestimmung können auch spezielle Messverfahren wie der PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und DLQI (Dermatologischer Lebensqualitäts-Index) helfen.

Sei ehrlich mit dir und der Haut

Die Symptome verschwinden nicht von heute auf morgen. Du brauchst Geduld. „Wenn es einfach nicht besser wird, sollte man ruhig auch mal eine andere Therapie ausprobieren“, weiß Julius aus eigener Erfahrung. Sein Rat an alle Psoriasis-Leidensgenossen: „Handelt nie auf eigene Faust, geht zum Arzt, sprecht offen und ehrlich über eure Probleme.“

Wie findest du die bestmögliche Therapie? Darüber sprechen Julius und Ines im Psoriasis-Podcast „Unter die Haut“ in der Folge „Psoriasis behandeln“. Hör doch einfach mal rein!